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Ruhig bis rockig hallt es durch die Kirche

Musik und Lieder zur Advent- und Weihnachtszeit erklingen in Sankt Georg



Weihnachtliches Singen und Musizieren (im Bild das Blasorchester des MV Rot) sorgte für eine gelungene Einstimmung auf das Fest der Feste.
(Foto: Kurt Kiechle)

Burgrieden-Rot sz Eine vorweihnachtliche Freude und Stunde der Entspannung haben der Musikverein und die Chorgemeinschaft „Frohsinn“ den etwa 230 Besuchern am vierten Adventssonntag in der vollbesetzten Pfarrkirche Sankt Georg bereitet. Die Zuhörer spendeten anstelle eines Eintrittgeldes großzügig für die vielfältigen Aufgaben von Pater Hans Königseder.
Advents- und Weihnachtszeit ist auch die hohe Zeit der Vokal - und Instrumentalmusik – wie von den Roter Vereinen seit Langem praktiziert und von den Musikfreunden auch gewürdigt. Dem Motto des stimmigen Programms „Singe im Advent“ wurden die Lieder und Musikstücke ganz und gar gerecht. Beide musikalischen Leiter, Ferdinand Thanner und Elisabeth Maier, hatten bei der Stückauswahl ein gutes Händchen bewiesen, die intensive Probenarbeit hatte ihre Früchte getragen – das altersmäßig gemischte Publikum quittierte die Leistungen am Schluss der Beiträge mit kräftigem und lang anhaltenden Beifall.
Der Vorsitzende der Chorgemeinschaft „Frohsinn“ Rot, Martin Schmid, wünschte den Konzertgästen eine besinnliche Stunde mit Musik und Gesang im Advent, „um in der Betriebsamkeit der Vorweihnachtszeit etwas inne halten zu können“. Der Wunsch dürfte in Erfüllung gegangen sein, lauschten die Zuhörer doch andächtig den Vorträgen der Choristen und Instrumentalisten, die im, mit Weihnachtsbäumen geschmückten Chorraum, Aufstellung, respektive Platz genommen hatten und so auch für ein optisch schönes Bild sorgten.
Lorenz Maierhofer, in der Chorszene gefragter Komponist, besticht mit zahlreichen Chorsätzen durch interessante Stimmführung. Mit vollem Chorklang waren die 30 „Frohsinn“-Sänger und -sängerinnen gute Interpreten. Mit dem Eröffnungstitel „Singe im Advent“ traf der Chor sogleich den Geschmack der aufmerksamen Hörer. Was für Maierhofer gilt, kann auch Klaus Heizmann, Jahrgang 1944, für sich in Anspruch nehmen. Aus der Feder des Komponisten, Musikers und Dirigenten diverser Chöre stammen neben Kinderprojekten auch zahlreiche Titel, die die Advents- und Weihnachtszeit thematisieren. Besonders gefielen das mächtige „Halleluja“ und „Siehe, ich stehe vor der Tür“. Chorleiter Thanner sprach verbindende Texte und verlieh den Liedern noch mehr Aussagekraft.
Traditionell daher kam der Vortrag „An der Krippe“ mit den immer gern dargestellten biblischen Szenen, die in die Chorsätze „Heiligste Nacht“ von Franz Beyer und „Stille, Ruhe“ von Christoph Braun, mündeten. Luise Schwarz am E-Piano, Karin Blersch an der Oboe, Viktor Maier (Trompete), Andreas Maier (Posaune) und Erhard Moosmayer (Trompete waren dem Chorensemble kompetente Begleiter. Ihnen dankte Martin Schmid unter dem Beifall der Konzertgäste besonders, die nun auf den Auftritt des Blasorchesters des MVB Rot gespannt waren.
Die engagierte Leiterin Elisabeth Maier hatte die 40 Aktiven mit ihrem unaufgeregten Dirigat jederzeit im Griff, wie man schon beim Eröffnungstitel „Dawn of a new Day“ aus dem Schaffen von James L. Swearingen, beobachten konnte. Der holländische Tondichter Kees Vlak hat über das bekannte Lied aus dem Afrikanischen „Kumbayah Variations“ fünf ausdrucksstarke Variationen geschrieben. Das Orchester nahm die Hörerschaft auf eine interessante musikalische Reise, die ihren Beginn in Italien nahm und von dort nach Ungarn zu einem feurigen Csardas und weiter nach Wien zu einem „Wiener Walzer“ und schließlich in die Welt des Funk-Rock führte, wo es der Komponist nochmals richtig krachen ließ.

Ruhigere Töne schlug die Kapelle mit „Lenas Song“ und mit einem alpenländischen Potpourri an. Den lebhaften Applaus belohnten die Roter Musiker mit der Zugabe „Feliz Navidad“. Bei Glühwein, Punsch und Lebkuchen ließen zahlreiche Konzertgäste den Abend im Gemeindehaus ausklingen. Der Erlös aus der Bewirtung wird für die Orgelrestauration verwendet.

(Erschienen: 20.12.2016 Schwäbische Zeitung)




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